Pool

Pool

Poolbillard ist eine Variante des Billards, bei der es darum geht, mit einem weißen Spielball farbige Objektbälle nach bestimmten Regeln in sechs Taschen zu spielen (einzulochen). Der Spielball wird dabei als einzige Kugel mithilfe des Queues gespielt. Die Spieler haben abwechselnd je eine Aufnahme. Die Aufnahme ist beendet, wenn der Spieler in einem Stoß keine Kugel regelgerecht lochen konnte.

 

Geschichte

In den 1840er Jahren wurde das Billardspiel in den USA, Tische waren sehr teuer und oftmals aus Europa importiert, in sogenannten (öffentlichen) „Pool-Parlors“ gespielt. Das Wort „Pool“ bezeichnete zu der Zeit das Glücksspiel, wurde aber schnell für die amerikanische Form des Taschenbillard (Pocket Billiards) verwendet. Heutzutage wird fast ausschließlich die Kurzversion „Pool“ im allgemeinen Sprachgebrauch verwendet.

Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts war Poolbillard noch nicht sonderlich populär, es wurde bis dahin weitestgehendst Carambolage mit vier Bällen gespielt. Pool entwickelte sich aus English Billiards, dem Vorläufer des Snooker. Wurde dann beim English Billiards ein Ball und die Taschen entfernt, wurde die Anzahl der Bälle beim Pool erhöht und die Taschen beibehalten. Um die Tische für ungeübte Spieler zu vereinfachen wurden die Tascheneinläufe von der klassischen runden Variante des English Billiards in die noch heute übliche gerade, trichterförmige Variante abgewandelt.

Die erste Poolbillard-Meisterschaft wurde 1878 von dem Kanadier Cyrill Dion (er war zusammen mit seinem Bruder Joseph der Erfinder der „Amerikanischen Serie“) gewonnen. Das Spiel wurde „61-Pool“ genannt, weil die Summe der auf den Bällen gezeigten Zahlen (1–15) 120 ist, zum Gewinn also 61 Punkte nötig sind. Dies hieß, dass man im Idealfall nur 5 Bälle versenken musste (11, 12, 13, 14 und 15), also nur ein Drittel der vorhandenen Bälle. Es schien gerechter, dass man acht Bälle versenken muss, um zu gewinnen, die noch heute bekannteste Version des Pool. Diese „8-Ball“ genannte Version entwickelte sich um 1900. 1920 entstand dann erstmals „9-Ball“. In neuerer Zeit wird dieses Spiel jedoch weitestgehend durch das weiterentwickelte „10-Ball“ ersetzt, um den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen.

 

Material

Tisch

Der internationale Standard für Billardtische ist der neun Fuß große Billardtisch. Er hat eine genormte Spielfläche von 2,54 x 1,27 m. Angestoßen wird aus dem Kopffeld, dem ersten Viertel der Fläche, auf der sich auch der Kopfpunkt befindet, der in der Mitte der Kopflinie ist. Anschließend kommt die Mittellinie mit dem Mittelpunkt. Fußpunkt und Fußlinie liegen im unteren Viertel des Tisches. Die Diamanten, so genannt wegen ihrer ursprünglichen Form, die jede Bande in gleich große Abschnitte unterteilen, sind Hilfen für das Bandenspiel.

Kugeln

Die heutigen Kugeln bestehen aus Phenolharz und haben einen Durchmesser von 57,2 mm sowie ein Gewicht von 170 g.

Farbeinteilung:

Es gibt Unterschiede zwischen normalen Kugelsätzen und dem TV-Satz, bei dem die Farben aufgrund von besserer Erkennbarkeit im Fernsehen leicht von den Originalfarben abweichen. Spielbälle mit roten Punkten vermitteln den Zuschauern den verwendeten Effet besser.

Billardqueue und Billardkreide

Als Queue wird der Spielstock bezeichnet, mit dem der Spielball beim Billard gestoßen wird. Queues setzten sich ab Mitte des 18. Jahrhunderts anstelle der bis dahin üblichen gebogenen Schläger durch. Beim Poolbillard bestehen sie in der Regel aus zwei Teilen, dem Ober- und dem Unterteil.

Die Mehrheit der Vereinsspieler benutzt zusätzlich zum Spielqueue ein sog. Anstoß- oder engl. Breakqueue, welches oft dreiteilig ist. Das Unterteil ist beim dreiteiligen Break-/Jumpqueue nochmals geteilt, so dass es bei Bedarf durch Abschrauben des dicken Unterteils auf ca. 1 m verkürzt werden kann, um Sprünge über Hindernisbälle zu erleichtern.

Die Billardkreide wird auf die Pomeranze an der Queuespitze aufgetragen. Sie sorgt für bessere Haftung zwischen Pomeranze und Spielball, insbesondere beim Spiel mit Effet.

 

Allgemeine Poolbillardregeln

 

Disziplinen

Poolbillard gibt es in vielen Disziplinen. Für alle gelten die Allgemeinen Regeln für Poolbillard. Im Einzelnen unterscheiden sich die Spiele in den Details, Taktiken und der Handhabung bei Fouls.

Die Disziplinen mit der größten Bedeutung (offizielle Ligadisziplinen der Deutschen Billardunion) sind:

Daneben gibt es noch zahlreiche andere Disziplinen, wie zum Beispiel 3-Ball, Artistic Pool, Bank Pool, Blackball, Cribbage Pool, High Run, Kelly Pool, One Pocket und Rotation.

8-Ball

Beim 8-Ball wird mit allen fünfzehn Objektbällen und einem Spielball gespielt. Die Kugeln mit den Nummern eins bis sieben sind komplett farbig und werden daher die Vollen genannt. Im Gegensatz dazu ist bei den Kugeln neun bis fünfzehn jeweils nur ein Streifen farbig und der Rest weiß, daher werden diese auch die Halben genannt.

Beide Spieler müssen zunächst versuchen, ihre Farbgruppe komplett zu lochen, um dann die schwarze Acht versenken zu dürfen, was bei korrekter Ausführung zum Gewinn des Spieles führt. 8-Ball ist ein Ansagespiel, d.h. man muss im Zweifelsfall ansagen, welche Kugel in welche Tasche fallen soll. Ausnahme ist das Break.

8-Ball ist die im Amateurbereich populärste Poolbillardvariante und wird in Gaststätten und Billard-Salons vorwiegend gespielt.

9-Ball

Beim 9-Ball wird mit den ersten neun der durchnummerierten Objektbällen und einem Spielball gespielt. Vor dem Break werden sie rautenförmig angeordnet. Bei jedem Stoß muss die Kugel mit der niedrigsten Zahl zuerst angespielt werden. Es gewinnt der Spieler, der die Kugel Nummer 9 zuerst korrekt locht. Es ist jedoch erlaubt, eine Kugel zu lochen, die noch gar nicht an der Reihe ist, solange man zuerst den Ball mit der niedrigsten Zahl angespielt hat („Kombination“).

9-Ball ist kein Ansagespiel, Zufallstreffer sind daher erlaubt. Sicherheitsansagen gibt es im 9-Ball nicht, daher muss auch nach einem Zufallstreffer der Spieler am Tisch bleiben. Es wird oft bei Turnieren gespielt, weil es ein recht schnelles und spektakuläres Spiel ist.

10-Ball

Beim 10-Ball wird mit den ersten zehn der durchnummerierten Kugeln und einem Spielball gespielt. Ähnlich wie im 9-Ball müssen die Kugeln in aufsteigender Reihenfolge angespielt werden, jedoch muss hier im Zweifelsfall vor jedem Stoß angesagt werden, welche Kugel in welches Loch gespielt wird. Dadurch wird die im 9-Ball vorhandene Zufallskomponente reduziert.

Ziel des Spiels ist, die Kugel mit der Nummer 10 nach Ansage mit einem korrekten Stoß zu versenken.

14 und 1 endlos

Beim 14 und 1 endlos (kurz: 14/1 oder 14/1e; im Englischen: Straight Pool) wird mit allen fünfzehn Objektbällen und einem Spielball gespielt.

Es handelt sich um ein Punktespiel, bei dem es darum geht, eine bestimmte Punktzahl zu erreichen. Man darf jeden Objektball versenken und bekommt dafür immer einen Punkt, für ein Foul bekommt man 1 Punkt abgezogen. Bei drei nacheinander folgenden Fouls gibt es einen Punktabzug von 15 Punkten. Negative Punkte sind möglich.

Der Name 14 und 1 endlos kommt daher, dass man 14 Objektbälle versenkt. Einer bleibt übrig und das Rack wird wieder aufgebaut (der Platz auf dem Fußpunkt bleibt frei) und man darf weiterspielen. Dieser letzte Objektball sollte so liegen, dass man anschließend diesen versenken und gleichzeitig das Rack lösen kann, um danach weiterzuspielen. Somit ist es möglich, in einer einzigen Aufnahme das Ausspielziel zu erreichen.

14 und 1 ist ein Ansagespiel, bei dem es im Gegensatz zum 8-Ball keine Ausnahmeregel für das Break gibt. Daher sieht man in dieser Disziplin oftmals Sicherheitsanstöße.

 

Poolbillard im Film

Zwei der bekanntesten Filme, in denen es um Poolbillard geht, sind Haie der Großstadt von 1961 und Die Farbe des Geldes von 1986. Paul Newman verkörpert in beiden den Poolbillard-Spieler „Fast Eddie Felson“. Gerade der erste Teil gilt als einer der besten Spielerfilme überhaupt.[2] Alle Billardstöße wurden von den Akteuren Paul Newman und Jackie Gleason selbst ausgeführt; nur ein besonders komplizierter Stoß stammt von Willie Mosconi, dem vierzehnfachen Weltmeister der Jahre 1941 bis 1957. Zu den neueren Filmen, bei denen es um Poolbillard geht, gehören der Film „Poolhall Junkies“ aus dem Jahr 2002 von Mars Callahan sowie die deutsche Produktion Alles auf Zucker! mit Henry Hübchen.

 

Quelle:
Seite „Poolbillard“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 10. August 2014, 09:56 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Poolbillard&oldid=132939458 (Abgerufen: 25. November 2014, 11:55 UTC)